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Fahrt nach Aschaffenburg

Der Kulturverein Drolshagen veranstaltete kürzlich unter Leitung des Vorsitzenden Gerhard Rüsche eine Tagesfahrt nach Aschaffenburg, das sich selbst „Kulturstadt“ nennt, und zwar zu Recht. Wegen ihres milden Klimas wird die sehenswerte Stadt auch als „Bayerisches Nizza“ bezeichnet.
Viele Sehenswürdigkeiten prägen das Stadtbild, von denen die Gruppe bei einer Altstadtführung einen kleinen Teil zu sehen bekam: Vom Schlossplatz führte der Weg durch die Pfaffengasse vorbei an der Kunsthalle Jesuitenkirche, dem Ausstellungshaus Aschaffenburgs, zur spätromanischen Stiftsbasilika St. Peter und Alexander mit ihrem berühmten Kreuzgang. Diese bildet mit den ehemaligen Gebäuden des Stiftskapitels, in denen heute das Stiftsmuseum mit dem Stiftsschatz untergebracht ist, ein einzigartiges Ensemble. Daneben erhebt sich das Rathaus, nicht weit entfernt steht das moderne Stadttheater. In wenigen Minuten erreicht man durch malerische Gassen mit reizvollen Fachwerkhäusern die Pfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau Muttergotteskirche“ mit herrlicher Barockfassade, einem romanisch-gotischen Turm aus dem 13. Jh. und imposantem Deckenfresko.
Danach ging es zurück zum Ausgangspunkt des Rundgangs, dem Schloss Johannisburg, das in der Spätrenaissance erbaut wurde und den Mainzer Erzbischöfen und Kurfürsten bis 1803 als Zweitresidenz diente. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg dauerte der Wiederaufbau mit Wiederherstellung der Schauräume und Sammlungen insgesamt bis 1964. Heute beherbergt es eine Schlosskirche mit Renaissancealtar und Kanzel, die Paramentenkammer mit Gewändern aus dem ehemaligen Mainzer Domschatz und die fürstlichen Wohnräume mit den erhaltenen Möbeln und Ausstellungsstücken. Eine sehenswerte Besonderheit stellt die weltweit einzige Sammlung detailgenauer Nachbildungen berühmter Ruinen Roms aus Kork dar. Außerdem sind zwei weitere Sammlungen zu besichtigen, und zwar die Galerie altdeutscher und niederländischer Malerei, deren Schwerpunkt auf Werken von Lucas Cranach d. Ä. und seiner Werkstatt liegt, und das Schlossmuseum der Stadt Aschaffenburg.
Nach der Mittagspause stand zuerst die Besichtigung des Pompejanums, einer durch König Ludwig I. angeregten und von 1840-1848 realisierten Nachbildung eines römischen Wohnhauses, auf dem Programm. Für die prachtvolle Ausmalung der Innenräume und die Gestaltung der Mosaikfußböden wurden antike Vorbilder kopiert und nachempfunden. Seit 1994 sind in dem restaurierten Haus originale römische Kunstwerke wie Marmorskulpturen, Kleinbronzen und Gläser, eine Küche mit Küchengeräten und Originalamphoren sowie ein Winter- und Sommerspeisezimmer zu bestaunen.
Den Abschluss der gelungenen Tagestour stellte der Besuch des Parks Schönbusch dar, seit 1775 in englischem Stil mit zwei Seen angelegt . Im Park liegen, eingebettet in eine reizvolle Landschaft, die „Rote Brücke“, ein Philosophenhaus, Freundschaftstempel und Hirtenhäuser, eine Orangerie, ein Irrgarten, künstlich aufgeschüttete „Berge“ mit Aussichtsturm und Teufelsbrücke sowie ein Gartenschloss, das durch eine Blickachse mit dem Stadtschloss Johannisburg verbunden ist. Angesichts des heißen Wetters fand der schattige Biergarten neben dem Gartenrestaurant bei einem Großteil der Gruppe besonderen Anklang.
1. Foto: Aschaffenburg, Förderverein Stadtmarketing Aschaffenburg e.V.
2. Foto: Kulturverein Drolshagen e.V.
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